Die „Großen Vier“: Ein kurzer Leitfaden zu den wichtigsten Anwendungsgebieten
- vor 3 Tagen
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Medizinisches Cannabis wird für verschiedene Erkrankungen verschrieben, aber vier der häufigsten Gründe, warum Patienten danach suchen, sind chronische Schmerzen, PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung), Angststörungen und chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED).
Jeder Patient ist einzigartig, und was für den einen funktioniert, muss nicht für den anderen gelten. Es gibt jedoch allgemeine Richtlinien und Erfahrungswerte, die Ihnen helfen können. Hier ist ein kurzer Überblick für diese Hauptindikationen.

Chronische Schmerzen
Wie es hilft: Cannabis wird häufig eingesetzt, um die Schmerzwahrnehmung im Gehirn zu verändern. Es kann auch Entzündungen reduzieren, was bei Erkrankungen wie Arthritis, Fibromyalgie und Nervenschmerzen hilfreich ist.
Evidenzstärke: Stark. Chronischer Schmerz ist eine der Erkrankungen mit den meisten wissenschaftlichen Belegen für den Cannabiseinsatz.
Was Sie vermeiden sollten: Verlassen Sie sich tagsüber nicht ausschließlich auf Produkte mit sehr hohem THC-Gehalt, wenn Sie Auto fahren oder komplexe Aufgaben erledigen müssen.
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
Wie es hilft: Viele Veteranen und Traumapatienten stellen fest, dass Cannabis Albträume reduziert, die Schlafqualität verbessert und die Hyperarousal-Symptomatik (das Gefühl, ständig „unter Strom“ zu stehen) dämpft.
Evidenzstärke: Mittel, aber wachsend. Viele Studien zeigen positive Ergebnisse, auch wenn groß angelegte klinische Studien noch laufen.
Was Sie vermeiden sollten: Seien Sie sehr vorsichtig mit reinen Sativa-Sorten oder sehr hohen THC-Werten, da diese bei PTBS-Patienten manchmal rasende Gedanken oder Angst verstärken können.
Patienten-Tipp: Im Allgemeinen werden Indica-dominante Sorten oder Produkte mit viel CBD wegen ihrer beruhigenden, erdenden Wirkung bevorzugt.
Angststörungen
Wie es hilft: In der richtigen Dosis kann Cannabis sanft sedierend wirken, einen rasenden Geist beruhigen und körperliche Anspannung lösen.
Evidenzstärke: Mittel. Es ist knifflig, denn während es vielen hilft, kann zu viel THC tatsächlich Angst auslösen. Den „Sweet Spot“ zu finden, ist entscheidend.
Was Sie vermeiden sollten: Hohe Dosen von THC sind hier das größte Risiko. Wenn Sie sich paranoid fühlen oder Herzrasen bekommen, ist Ihre Dosis zu hoch oder die Sorte ist falsch für Sie.
Patienten-Tipp: CBD ist hier Ihr Freund. Suchen Sie zuerst nach Sorten mit hohem CBD- und niedrigem THC-Gehalt. Wenn Sie THC verwenden, ist „Micro-Dosing“ (sehr kleine Mengen) oft die effektivste Strategie.
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED – Morbus Crohn und Colitis ulcerosa)
Wie es hilft: Patienten nutzen Cannabis oft zur Behandlung von Symptomen wie starken Krämpfen, Bauchschmerzen und Durchfall sowie zur Appetitanregung während Schüben. Es kann auch helfen, Entzündungen im Darm zu reduzieren.
Evidenzstärke: Mittel. Viele Patienten berichten von einer signifikanten Symptomlinderung, auch wenn es eher als Symptommanagement denn als Heilung der Grunderkrankung angesehen wird.
Was Sie vermeiden sollten: Vermeiden Sie nach Möglichkeit das Rauchen (Verbrennung), da dies den Verdauungstrakt reizen kann. Verdampfen (Vaporisieren), Öle oder Extrakte werden oft bevorzugt.
Patienten-Tipp: Sehr hohe CBD-Konzentrationen werden oft wegen ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften im Darm empfohlen. Etwas THC kann gegen Schmerzen und Krämpfe nötig sein, aber der Fokus liegt oft auf CBD.



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